Projektschule Karlstadt

Tablet-PC-Projekt
Leo-Weismantel-Schule Karlstadt

 

Projektbeschreibung Schuljahr 2012/13

 

Seit Beginn des Schuljahres 2012/13 können auch die Schülerinnen und Schüler des Leo-Weismantel-Förderzentrums in Karlstadt an dem Tablet-PC-Projekt der Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung Dillingen teilnehmen.

 

Mit der Teilnahme an diesem Modellprojekt erhoffen wir uns größere Erfahrungen und eine höhere Kompetenz im Einsatz von Neuen Medien im Unterricht.

 

Um mit den sogenannten Neuen Medien zu arbeiten, standen den Schülern bisher ein Computer-Raum mit Bestückung in Klassenstärke und vereinzelt PCs in den Klassenräumen zur Verfügung. Während im EDV-Raum Windows 7 und Microsoft Office 2007 zur Grundausstattung gehören, laufen die Computer im Klassenzimmer mit Windows XP und Microsoft Office 2003.

Am Ende des Schuljahres 2010/11 wurde ein Activboard der Firma Promethean angeschafft, aufgrund der positiven Rückmeldungen der Lehrkräfte folgte ein zweites Interaktives Whiteboard im Schuljahr 2012/13.

 

Als die Lieferung mit den Tablet-PCs kam, war die Aufregung unter den Schülerinnen und Schülern groß. Im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft „Computer“ wurden die PCs ausgepackt und einer ersten Überprüfung unterzogen.

 

Erste Sichtung

Schon das mitgelieferte Zubehör konnte überzeugen: zwei Netzteile, eine Docking-station, zwei Akkus, Eingabestift und Schutztasche verhießen ein Rundum-sorglos-Paket. Auch die Tablet-PCs selbst glänzten mit ihrer Ausstattung: 64 GB SSD und UMTS-Modul.

Nach dem Aufladen und dem Einschalten dann die erste Ernüchterung. Ein Windows 7 Professional in englischer Sprache und mit teilweise niederländischer Tastaturbelegung verblüffte uns zuerst etwas. Neu war für uns außerdem, dass eine Änderung der Sprache nur bei Windows 7 Ultimate ohne Neuinstallation funktioniert. Aber man lernt ja nie aus. Es dauerte daher eine Weile, bis alle Tablet-PCs umgestellt und mit den passenden Treibern versehen waren.

 

Vorbereitung der Peripherie

Inzwischen war auch der Access-Point installiert. Zusammen mit dem Router im Schulnetz erstreckte sich das W-LAN-Netz ab sofort über drei Klassenräume und die Aula.

 

Softwareinstallation

Als Virenscanner wurde der bereits vorhandene Panda Antivirus verwendet, als Office-Programm kommt OpenOffice zum Einsatz. Zahlreiche kostenlose Tools wie 7-Zip, IrfanView, VLC Player etc. runden die Grundausstattung ab.

Außerdem wurde die Software ActivInspire der Firma Promethean aufgespielt.

 

2013-05-06 11.35.09.jpgErste Gehversuche

Bei der Verwendung der Tablet-PCs wird schnell klar, dass das mitgelieferte Windows 7 noch nicht durchgängig für die Verwendung auf Touchscreens ausgelegt ist. Durch die relativ kleine Darstellung kann auf die Verwendung des Eingabestifts oft nicht verzichtet werden. Auch die Reaktionszeiten sind zumindest „suboptimal“.

2013-05-06 11.39.39.jpgDennoch zeigen sich die Schülerinnen und Schüler allein durch die Verwendung dieser Neuen Technologie so motiviert, dass sie Unzulänglichkeiten in der Bedienung anstandslos übergehen.

 

Einsatz im Unterricht

Die Schüler erstellen bei Gruppen­arbeiten mit Hilfe der Tafelsoftware eigene Tafelbilder, die sie in der Präsentationsphase auf dem großen Whiteboard zeigen können.

 

Durch den Einsatz von Kopfhörern können im Unterricht verschiedene Medien parallel verwendet werden, so z.B. Audio- und Videosequenzen genauso wie Bilder, pdf-Dateien etc.

 

Große Verwendung findet der Tablet-PC bei der schnellen Internet-Recherche. So dient er nicht zuletzt als Lexikon, Telefon- oder Wörterbuch. Auch die Arbeit in Lernplattformen wie Lo-Net2 gelingt gut.

 

Das Arbeiten mit der Textverarbeitung ist dagegen weniger empfehlenswert. Für das Verfassen längerer Texte ist der Anschluss einer Tastatur unbedingt notwendig.

 

Die eingebaute Kamera reicht für Schnappschüsse oder Videokonferenzen, kommt aber in der Bildqualität nicht mehr an aktuelle Handykameras heran. Dazu fehlt auch ein Blitz oder zumindest eine LED-Leuchte.

 

Fazit

2013-05-06 11.35.23.jpgEines vorneweg: ein Tablet-PC mit Windows 7 macht den Unterricht zwar flexibler, ersetzt aber keinen Desktop-PC. Bisher war das digitale Lernen nur stationär im EDV-Raum oder in der Computerecke im Klassenzimmer möglich. Jetzt können die mobilen PCs ortsunabhängig allein oder in Kleingruppen, auf Exkursionen oder bei den Hausaufgaben verwendet werden (Letzteres wurde allerdings aufgrund der unklaren Vericherungsfrage noch nicht praktiziert). Ob dabei auch ein ähnlich ausgestattetes Netbook ausreicht oder ob es ein Gerät mit Touchscreen sein muss, bleibt wohl Geschmacksfrage.

Der große Vorteil beim Einsatz von Windows 7 ist zugleich auch der größte Nachteil. Die Schüler finden sich schnell zurecht, weil sie die Arbeit mit den Programmen und dem Betriebssystem bereits aus dem EDV-Raum gewohnt sind. Es ist aber offenkundig, dass Windows7 noch nicht konsequent auf die Bedienung mit einem Touchscreen ausgelegt wurde.

Wer ein Gerät mit iOS oder Android Betriebssystem gewohnt ist, kommt bei Windows 7 schnell an die Grenze. Sowohl Apple als auch Google setzen konsequent auf Benutzerfreundlichkeit. Die Fülle an günstigen oder kostenlosen Apps tut ihr Übriges zur Verbreitung dieser Gerate. Bleibt abzuwarten, ob ein Tablet mit Windows 8 die Vorteile aus beiden Welten vereinen kann und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen kann.